Willkommen beim 2. Teil unserer Südengland-Rundreise: Nordküste Südengland mit dem Wohnmobil. Wenn Du doch lieber erstmal bei Teil 1, der Südküste, einsteigen möchtest oder vorab noch viele wichtige Tipps zu den Einreisebestimmungen, Einreise mit Hund und Infos zu anderen wichtigen Themen haben möchtest, dann klicke HIER. Wir sehen uns dann ja später hier wieder.

Inhalt
Nordküste Südengland mit dem Wohnmobil
Nach dem wunderbaren ersten Teil geht es nun weiter die Nordküste entlang und direkt in eine wundervolle, quirlige Stadt direkt am Meer:
St. Ives – ein Tag am Meer
Endlich kommt die Sonne wieder und dazu gibt es türkisblaues Wasser. St. Ives ist ein herrliches Städtchen mit schönen Gassen, natürlich dem Hafen und dem Meer. Wir haben uns einfach durch die Stadt treiben lassen. Es gibt viele Geschäfte zum Bummeln, Kunstgalerien und jede Menge Restaurants und Cafés zur kulinarischen Einkehr.



Für eine Kaffeepause kommt hier mein persönlicher Tipp: An der St. Ives Kirche gibt es ein kleines Cafés mit einfachem Kaffee & Kuchen, Ruhe und vor allem eine mega Aussicht aufs Meer.


Nach dem Tag in der Stadt geht jetzt für die Übernachtung zu einem abgeschiedenen, besonders schönem Plätzchen.
Stellplatz Pendeen Leuchtturm
Wir kommen jetzt zu einem für uns schönsten und einfachsten Stellplatz, den wir auf der England-Rundreise genutzt haben. Am Leuchtturm Pendeen, der rund 30 Minuten westlich von St. Ives liegt.
Es ist ein zertifizierter Platz vom Camping and Caravaning Club, und daher müsst ihr für eine Übernachtung Mitglied im Club sein. Aber gerade diese kleinen Plätze (max. 5 Stellplätze) sind so besonders. Mehr Infos zu den Camping Clubs von mir findet ihr HIER. Wir haben uns telefonisch vorher angemeldet, da wir mit 2 Campern unterwegs waren und wir sicher gehen wollen, das noch zwei Plätze frei sind. Die Sanitäranlagen sind ehrlicherweise wirklich mehr als einfach, gut wenn ihr alles dabei habt.




Aber der Blick aufs Meer und die raue Küste sind einfach traumhaft. Von unserem Stellplatz aus wandern wir an dem weißen Leuchtturm vorbei zu einer traumhaften Bucht. Es geht wieder ein Stück des Küstenwanderweges entlang und nach einer Weile erreichen wir den Portheras Cove Beach – was für ein toller Strand. Hier könnten wir uns auch noch länger aufhalten, aber am nächsten Tag geht es weiter zum nächsten Highlight an der Nordküste Südenglands.



Beduthran Steps
Unsere Rundreise geht am nächsten Tag weiter die nördliche Küste hoch bis zu den Beduthran Steps. Diese spektakuläre Klippenformation wollen wir uns anschauen und wir werden nicht enttäuscht. Der Weg nach unten ist aus Sicherheitsgründen gesperrt, jedoch ist der Ausblick von oben wirklich beeindruckend – wir können uns gar nicht satt sehen. Anschließend kehren wir in dem schönen Café am Parkplatz ein und genießen eine leckere Tasse englischen Tee. Übrigens ist das Parken kein Problem, den neben dem normalen Parkplatz wurde eine Wiese aufgemacht, wo auch genug Platz für größere Fahrzeuge ist (Gebührpflichtig Nationaltrust).





Padstow
Danach gehts es weiter nach Padstow. Dort könnt ihr, wenn ihr Fahrräder dabei habt (oder welche leihen wollt, Hundeanhänger könnt ihr auch leihen) eine schöne Tour über den Camel Trail machen, ein Hummermuseum besuchen oder einfach bummeln. Bei uns bleibt es bei einem Rundgang und ein bisschen Bummeln, denn wir wollen abends noch bis zur Trewethet Farm weiterfahren.


Trewethet Farm Caravan Club – Tintagel
Unser Ziel für die nächsten zwei Nächte: Trewethett Farm Caravan Club Site, der zwischen Tintagel und Boscastle oberhalb der Küste liegt und unmittelbar in der Nähe eines Besucher-Highlight liegt: Tintagel Castle. Der Platz ist sehr gut besucht und wir bekommen zuerst Plätze auf dem großen Wiesenbereich (Platznr.100-145), der allerdings sehr schräg ist – auch mit Keilen. Aber wir können nochmal nach vorne auf den Platz 8 und 9 wechseln. Überall gibt es Aussicht auf das Meer. Hunde sind hier herzlich willkommen, es gibt sogar einen extra Auslaufbereich für Hunde.




Tintagel – zu König Artus
Am nächsten Tag geht es dann bei Traumwetter zu Fuß nach Tintagel zu König Artus. Der Besuch bei König Artus in Tintagel hatte etwas magisches, ob es an den alten Geschichten, der Höhle Merlins oder der atemberaubenden Küste liegt – wer weiß das schon. Die Besichtigung lohnt sich meiner Meinung nach sehr und die Ausblicke von dort oben sind auch spektakulär. Und wenn wir schon einmal dort sind, wollen wir auch zur Statur von König Artus und schaffen auch ein Foto zwischen der ein oder anderen italienischen Reisegruppe.







Im Ort selber gibt es natürlich viele Souvenirläden und Restaurants. Im urigen Charlies Café & Restaurant werden wir herzlich bedient und essen lecker. Die Rundtour beläuft sich auf rund 9,5 km und ihr findet die Tour auf meinem Koomot Account.


Alternativer Stellplatz-Tipp für Tintagel
Wer auch mal zu König Artus und nicht auf den größeren Campingplatz Trewethett Farm Caravan Club möchte, der kann ganz einfach und für kleines Geld (5 Pfund) am Ortsausgang von Tintagel auf dem Bossiney Cove Car Park auf der Wiese stehen. Ein paar Keile und eigene Versorgung braucht es, aber sonst sieht das ganz prima dort aus. Ein Toiletten Häuschen ist zwar gegenüber, aber es ist wahrscheinlich nicht immer geöffnet.


Dartmoor – Lydford Camping Park
Wir machen jetzt doch noch einen Abstecher ins nördlich-westliche Dartmoor und erreichen bei herrlichemWetter Lydford Camping Park, wo wir wieder unglaublich herzlich empfangen werden. Die Stellplätze sind, wie immer, sehr großzügig und nachdem wir uns ein bisschen eingerichtet haben, laufen wir durch den Ort, wo es einige richtig alte Gebäude gibt. Schaut unbedingt in die schöne Kirche St. Petrock´s rein.


Lydford Gorge
Unser Ziel ist die Schlucht Lydford Gorge. Hier starten wir unsere Wanderung zum Wasserfall. Der Besuch von Lydford Gorge ist kostenpflichtig. Der Weg verläuft erstmal hoch über der Schlucht durch den Wald und erst am Ende geht es runter in die Schlucht bis zu unserem Ziel dem 30 Meter hohem Wasserfall. Die Tour zum Wasserfall mussten wir auf dem selben weg wieder zurück gehen, da die andere Seite gesperrt ist. Die Tour ist rund 9 km lang und findet ihr HIER auf meinem Komoot Account. Allerdings ist der Anfang der Schlucht „Devil´s Cauldron“ viel spektakulärer – wer also nicht so weit laufen möchte, dreht hier die kleine Runde.




Abends kehren wir im „The Castle Inn“ ein – hier ist es so total urig und gemütlich. Die Küche & der Service ist hier wirklich großartig, können wir also sehr empfehlen. Das Dartmoor bietet sicher noch viel mehr, aber uns zieht es nochmal an die Küste zurück.



Clovelly
Es geht zu einem Ort für den wir sogar Eintritt bezahlen und der ein sehr bekanntes Touristenziel ist: Nach Clovelly. Der Parkplatz oberhalb ist ziemlich leer und somit bleibt jeglicher Trubel für uns aus, was natürlich für Mitte Juni herrlich ist.

Wir finden es lohnt sich, die vielen kleinen Häuschen am Hang, schmale Gassen, der hübsche Hafen, kostenlose Mini-Museen einfach zum Reinschauen und ein Lokal mit Traumaussicht. Es ist wie aus den Romanen von Frau Pilcher – allerdings kommt hier kein gut aussehender Engländer mit seinem Oldtimer vorbei, denn Clovelly ist komplett Autofrei. Hier wird alles mit einer Art Schlitten, bzw. auf Kufen auf den runden Steinen runter und wieder rauf gefahren bzw. gezogen. Einzige Ausnahme: Es gibt einen kostenpflichtigen Landrover Taxi Service von unten nach oben, für die, die vielleicht nicht so gut zu Fuß sind.




Oben am Berg gibt es noch den Blumengarten, der auch sehr schön angelegt ist, und eine alte Kirche nebenan – es lohnt es sich auch hier einmal vorbeizuschauen, das Ticket ist auch hier gültig. Für die Nacht fahren wir noch ein ganzes Stück weiter nord-östlich und zwar in die von Nähe von Ifracombe.
Stellplatz Little Meadow
Little Meadow – dieser Stellplatz bei Ilfracombe ist ein kleine Perle, er ist terrassenförmig angelegt und hier hat fast jeder Stellplatz Ausblick aufs Meer und die Küste. Selbst beim Spülen könnt ihr aufs Meer schauen. Fußläufig gibt es noch ein Schloss und den Hafen an der Watermouth Bay zu entdecken. Es ist ein schöner Abschluss, denn morgen verlassen wir die Küste und fahren in eine Gegend voller Magie.





Glastonbury
Kaum zu glauben, aber die Sonne gibt jetzt alles und bei 35 Grad besuchen wir die Stadt Glastonbury und das Glastonbury Tor. Parken mit dem Wohnmobil in Glastonbury ist eine Herausforderung. Obwohl es gar nicht so voll ist, ist es echt schwer einen Parkplatz für ein Wohnmobil zu finden, daher hier unser Tipp:

Parkplatz am Supermarkt Morrisons. Hier könnt ihr 3 Stunden kostenlos Parken oder für 4.10 Pfund den ganzen Tag. Das Gastonbury Tor ist fussläufig in einer guten halben Stunde erreichbar und die Stadt ist quasi um die Ecke. Zur Info: Normalerweise gilt der Parkplatz für die markierten Flächen – mit dem Womo ist man meistens deutlich drüber.
Morrisons, Street Road BA 6 9ED, Glastonbury
Wir laufen zuerst hoch zum Glastonbury Tor, um das viele Mythen ranken und hier schließt sich der Kreis, hier soll König Artus begraben liegen. Schau auch gerne in mein Reel auf Instagram mit meinen kleinen Versen dazu. Von hier oben könnt ihr auf die Stadt und weit in die Umgebung schauen. Wir verbleiben eine Weile nach dem steilen Aufstieg und genießen die besondere Atmosphäre. Dann besuchen wir im Anschluss noch die Innenstadt und die Abbey. Auch hier bleibt es spirituell, bunte Grafities, Tarrotkarten, Räucherkerzen und alte Kirchen.






Nach so viel mystischen Schwingungen fahren wir noch weiter zu einer sicher weltweit bekannten Stadt.
Cheddar mit Stellplatz
Unsere Südengland-Tour neigt sich langsam dem Ende, aber ein Highlight besuchen wir noch: Cheddar – eine Stadt, bei der sich trotzdem nicht nur alles um Käse dreht.
Ausgangspunkt ist der einfache Stellplatz Broadway Cottage, der auch zum Camping and Caravanning Club gehört. Viel Platz, viel Ruhe und ein Blick über grüne Hügel, allerdings eine sehr bescheidene Sanitäranlage = Container. Aber wir sind ja autark und der Platz liegt ideal ist fußläufig nur 25 Minuten vom Zentrum entfernt.


Wir starten mit einem echten Natur-Highlight – der Cheddar Gorge! Wir wandern ein ganzes Stück den Berg rauf und schauen tief in die beeindruckende Schlucht hinunter, lassen den Blick über die Weiten von Somerset schweifen und genießen dieses „Wow“-Panorama. Wer mag kann hier eine große Rundwanderung machen, uns ist es eindeutig zu heiß.

Daher gehen wir wieder zurück in den Ort und dort wird’s lecker: Hier dreht sich alles um den legendären Cheddar-Käse! In der Cheddar Gorge Cheese Company schauen wir für kleines Geld hinter die Kulissen: Wie wird aus Milch dieser kräftig-nussige Käse gemacht? Mal sehen wir live, wie der Käse entsteht – mal erklärt’s uns der Bildschirm. Und probieren gehört natürlich mit dazu. Royaler Genuss, immerhin war Cheddar schon im Mittelalter ein Käse für Könige! Unser Fazit: Cheddar ist viel mehr als nur Käse – es ist Natur, Geschichte & Genuss in einem. Absolut einen Besuch wert!



Zurück in Richtung Dover
Für die letzte Nacht geht es wieder in Richtung Dover, bzw. kurz davor und dies wirklich mein Stellplatz Tipp für Dover &Umgebung: Zum zweiten Mal sind wir auf dem schönen Coxhill Camping , der einfach perfekt liegt, da es nur ein Katzensprung zur Fähre ist.
Der Platz ist inzwischen nicht mehr nur eine große Wiese, sondern es gibt einige befestigte, große Stellplätze unterhalb der Wiese. Es gibt kleine Häuschen mit Duschen, Toilette & Waschbecken. Alles sehr schön gemacht und wirklich sehr, sehr sauber. Den Platz könnt ihr über Pitchup reservieren.


Wer mag, kann Holz dort kaufen und ein Lagerfeuer in einer Waschmaschinentrommel machen. Es gibt viel Platz für alle! Zu Fuß gehen wir nachmittags in rund 20 Minuten ins Örtchen, es gibt dort einen richtig schönen Bauernladen, einen Pub, eine alte Kirche und auch einen kleinen Coop. Der Weg ist ausgeschildert.



Absolute Empfehlung für Hin- und/oder Rückreise für alle, die mit der Fähre kommen oder sich diese Ecke noch genauer anschauen wollen. So, das ist nun die letzte Nacht in England und es geht wieder über den Kanal nach Hause.
Unser Fazit: Sehr, sehr freundliche & herzliche Menschen, Hunde sind mehr als nur willkommen, tolle Küstenlandschaften und Küstenwanderwege, ein bisschen Magie und ja – ab und zu wird es eng auf den Straßen, aber es ist wirklich sehr lohnenswert eine Reise durch Südengland zu machen. Der Juni ist aus unserer Sicht ein perfekter Monat dafür.
Falls dich nicht nur Südengland, sondern dich auch für Schottland interessiert, dann schau dir gerne unsere Schottland-Rundreise und alle Tipps dazu an:



