Passeiertal – Stellplatz mit Ausblick

Im schönen Passeiertal in Südtirol besuchen wir einen ganz besonderen Stellplatz auf einem Bauernhof, wandern den Schluchtenweg, sind dabei wie Käse hergestellt wird und lernen wieder einiges zum Thema Landwirtschaft dazu. Und dann noch diese Aussicht ins Tal, aber seht es gleich selbst:

Passeiertal
Ausblick vom Aignerhof auf St. Leonhard und Richtung Jaufenpass

Passeiertal – wie komme ich hinein

Das Passeiertal befindet sich in Südtirol und geht nördlich von Meran ab. Dies ist die eine Seite, von der man in das Tal hinfahren kann. Ganz sicher auch die flachste Anreise. Denn ihr könnt auch über zwei Pässe in das Passeiertal hinunterfahren. Da ist zum einen das Timmelsjoch, wobei die italienische Seite recht steile und enge Straßenverhältnisse aufweist, oder aber der Jaufenpass. Wir haben uns für die Anreise über den Jaufenpass entschieden, denn hier kommen wir direkt in St. Leonhard aus und unser Stellplatz liegt zwischen St. Leonhard und St. Martin.

Allerdings will uns der Jaufenpass nicht so richtig die Landschaft zeigen und vor allem ist es mal wieder deutlich geworden, wie schnell sich das Wetter in den Bergen ändern kann. Es liegt Ende April noch einiges an Schnee oben, aber die Straßen sind frei und gut befahrbar. Unser Pech ist, dass in kürzester Zeit ein extremer Nebel aufzieht und wir somit die meiste Zeit eine Sicht von unter 5 Metern haben, das ist in der Tat nicht so lustig. Aber schön langsam und vorsichtig kommen wir dann auf der anderen Seite in St. Leonhard runter. Und von dort ist es nicht mehr weit zu unserem Stellplatz. Diese Fahrt müssen wir nochmal bei besserem Wetter wiederholen!

Camping im Passeiertal 

Wir dürfen zu Gast sein auf dem Aignerhof im Passeiertal, der einen Stellplatz für Wohnmobile auf dem Hof anbietet. Diesen Stellplatz könnt ihr nur besuchen, bzw. anfragen, wenn wir Mitglied bei Staybetter seid. Mit Staybetter habt ihr die Möglichkeit mit eurem autarken Wohnmobil auf landwirtschaftlichen Betrieben/Höfen zu stehen. Vornehmlich sind die Stellplätze in Deutschland, aber es gibt auch schon ein paar Höfe im Ausland. Mehr dazu und dem ganzen Konzept findet ihr HIER auf dem Blog. Und so sind wir dieses Mal zu Gast in Südtirol bei Anna und Christoph, die den Aignerhof seit rund zwei Jahren führen und bewirtschaften. 

Passeiertal
Blick vom Tal auf den Aignerhof

Ankunft auf dem Aignerhof

Das letzte Stück der Anreise ist für uns sehr lustig, denn wir waren schon mit dem Fahrrad in St. Leonhard. Das letzte Stück bevor es den Berg zum Aignerhof hoch geht, muss man über den vermeintlichen Fahrradweg fahren. Natürlich ist der Weg auch für Fahrzeuge und Anwohner erlaubt, aber das ist uns als Radfahrer nicht aufgefallen. Also wenn ihr denkt, es kann nicht ganz richtig sein – doch das passt schon. Jetzt nur noch den Berg hoch – für uns „Flachlandtiroler“ geht das schon steil hoch, aber alles hat gut geklappt. Ziel erreicht!

Wir werden direkt von Anna im Hofladen so herzlich empfangen, dass auch das etwas trübe Wetter direkt in den Hintergrund rückt. Ein Blick in die Käsetheke und es ist klar, hier müssen wir gleich erstmal etwas Leckeres einkaufen. Zuerst parken wir aber unser Wohnmobil unterhalb des Hauses und hier kommt das Schönste: Freier Blick vom Berg hinunter über die Wiesen und die Passeier ins Tal und zu den Bergen rundherum. Einfach herrlich. Wo kann man noch so schön (alleine) stehen?!

Passeiertal
Blick in Richtung Talausgang

Aignerhof – Milchwirtschaft & Käseproduktion mit Herz

Naja, so ganz alleine sind wir auch nicht. Denn hier gibt es viele vier und mehrbeinige Freunde. Hinter dem Stellplatz sind die Bienenkörbe, oben am Hof die Kühe, Rinder & Kälber, Hühner und Enten. Eine Hof-Katze gibt es natürlich auch noch. Von der Milch der Kühe wird hier auch der eigene Käse und Butter hergestellt. Und zwar nur von einem Teil der Milch, denn hier wird kuhgebundene Kälberaufzucht betrieben.

Was bedeutet das: Die Kälber bleiben bei ihren Müttern und trinken Milch soviel sie brauchen und der Rest wird dann gemolken und für die Käseproduktion verwendet. Und so springen die Kälber mit den Kühen im Laufstall draußen umher. Es ist eine Wohltat dies so zu sehen. Im Sommer geht es natürlich auf die Weide, aber da war es Ende April noch einen Tick zu früh. Und „kuhgebunden“ heißt auch das sich durchaus mehrere Mütter um die Kälber kümmern. Hier kuschelt schon mal jeder mit jedem.

Als Nächstes probieren wir uns dann im Hofladen durch die verschiedenen Käsesorten und kaufen fürs Abendbrot ein. Es gibt auch Butter und sogar Ricotta-Käse, den wir für einen Auflauf am nächsten Tag schon einmal mitnehmen. Wir lassen den Abend mit Käse und Rotwein ausklingen und schauen auf das schön beleuchtetet Tal hinunter. Das Beste sollte noch kommen: Bevor wir wieder weiterfahren, dürfen wir bei der Käseproduktion auf dem Aignerhof zuschauen, dazu aber später mehr.

Meran
Campingplatz in Meran

Unternehmungen im Passeiertal

Das Passeiertal bietet ganz viele Möglichkeiten und unsere kurze Zeit hier reicht natürlich bei weitem nicht aus alles zu entdecken. Aber hier findet ihr ein paar Anregungen.

Besuch von Sankt Leonhard

Das Wetter ist recht feucht von oben, aber wir machen uns am Nachmittag noch auf den Weg in den nächsten Ort nach Sankt Leonard. St. Leonhard ist nicht besonders groß, aber für einen Kaffeepause, Restaurantbesuch, oder einen Einkauf ist es einen Besuch wert. Wir laufen gemütlich gute 20 Minuten bis zur Ortsmitte. Noch ein Abstecher rauf zur Kirche. Hier schaut man schön in Richtung Talausgang nach Meran – allerdings ist bei uns der Himmel dieses Mal sehr mit Wolken verhangen.

Fahrradtour entlang der Passeier nach Meran

Wie schon erwähnt, waren wir hier schon einmal mit dem Fahrrad (E-Bike) von Meran aus. Eine wirklich lohnenswerte Strecke entlang der Passeier, die ihr auch umgekehrt machen könnt, wenn ihr Räder dabei habt. HIER findet ihr mehr zu der Tour und Tipps für Meran. Zur Info: Nach Meran könnt ihr fast rollen lassen, da es stetig Berg ab geht. Zurück geht es dafür nur Berg an und ein E-Bike könnte hilfreich sein, es geht natürlich auch ohne, wer es ein wenig sportlich sieht.

Wer kein Fahrrad dabei hat, kann alternativ mit dem Bus nach Meran. Die Bushaltestelle ist im Zentrum von Sankt Leonhard. Das bietet sich auch an, da es mit einem Parkplatz für Wohnmobile sicher schwierig ist in Meran. HIER könnt ihr die Busfahrpläne einsehen.

Wandern im Passeiertal

Im Sommer, oder bei besserem Wetter, bieten sich hier natürlich vielfältige Wandermöglichkeiten an. HIER findet ihr noch ganz viele Wandertipps für Region. Ganz in der Nähe vom Hof verläuft der Norggensteig, der auf seinem Weg in die Sagenwelt der Kobolde einlädt (rund 5km lang, ca. 1,5 Stunden). Achtet einfach auf die Schilder mit dem kleinen Kobold:

Passeiertal
Norggensteig im Passeiertal

Der Schluchtenweg im Passeiertal

Nach der ersten, wunderbar geschlafenen Nacht werfen wir einen Blick auf die Berge: Es hat in den höheren Lagen wieder geschneit und ab und an wirft der Himmel noch etwas Wasser runter. Daher machen wir uns auf zu einer Tour, die uns Anna empfohlen hat: Die Schluchtenwanderung entlang der Passeier von Moos zurück nach St. Leonhard. Ihr könnt die Tour natürlich hin und zurücklaufen, aber da das Wetter so wackelig ist, fahren wir von St. Leonhard mit dem Bus rauf nach Moos. 

Angekommen an der Bushaltestelle in Moos finden sich noch einige Informationen zum Schluchtenweg und wir nehmen die Tour inklusive der Runde zu dem Stieber Wasserfall, was ich auch nur empfehlen kann. Der Wasserfall ist direkt ein erstes Highlight. Aus 37 Metern Höhe stürzt das Wasser zwischen riesigen Felsformrationen tosend in die Tiefe.

Dann geht es weiter den schönen 1A Wanderweg entlang der Passeier. Hier wurde es mit viel Stahl möglich gemacht durch die Schlucht zu kommen. Beeindruckende Brücken und Stiegen führen uns sicher durch die Schlucht. Immer wieder wird die Kraft des Wassers einem beeindruckend vors Auge geführt. 

Nach ca. 1,5 Stunden kommt ihr am Polt-Werk vorbei, hier gibt es auch eine Toilette und einen Einblick in das alte Stromwerk. Kurz darauf kommt am Wanderweg der Psairer Genussomat. Hier könnte ihr Getränke und andere Köstlichkeiten aus der Region aus dem Automaten ziehen. Jede Menge Bänke und Tische laden zur Pause ein. Da das Wetter aber immer noch durchwachsen ist, kehren wir kurz vor St. Leonhard im Hofschank Hinterbrugg ein. Hier gibt es Zünftiges und an dem Kaiserschmarren kommen wir nicht vorbei. Gut gestärkt geht es wieder zurück zum Aignerhof. Der Schluchtenweg von Moos nach St. Leonhard ist ca. 11 km lang und wir haben dafür rund 2,5 Stunden gebraucht. Die ganze Tour findet ihr auch auf meinem Komoot Account

Käseproduktion am Aignerhof

Da geht unsere Zeit hier im Passeiertal auch schon fast zu Ende. Aber am letzten Morgen lacht uns endlich mal richtig die Sonne an. Wir genießen beim Frühstück nochmal sehr die tolle Aussicht und haben dann noch ein Highlight vor uns: Wir dürfen mal reinschnuppern in die Käseproduktion am Hof. Sehr lecker ist er schon mal der Käse, das haben wir ja schon probiert. Aber wie genau er gemacht wird, zeigt uns dann Christoph. Christoph ist gelernter Käser und hat in letzten Jahren sein Handwerk in der Schweiz ausgeübt. Jetzt kann er seine ganze Erfahrung in die hauseigenen Käsevariationen hineingeben.

Fast jeden zweiten Tag wird hier frischer Käse aus der eigens gewonnener Rohmilch hergestellt. Es gibt Käse, der sofort verzehrfertig ist, wie Ricotta, oder anderen, der monatelang reifen muss. Dieses Mal ist auch ein Weichkäse mit Schnittlauch entstanden. Auf jeden Fall ist Käse machen ein ganz besonderes Handwerk, wo man auch viel Erfahrung braucht, denn das richtige Timing ist neben die Zutaten auch essentiell. Nachdem uns in diesem Raum schon sehr warm ist, werden wir dann zusammen mit Anna wieder runtergekühlt. Denn wir werfen mit ihr einen Blick in die Reiferäume.

Käselager

Für Käseliebhaber ein Traum. Und für Anna und Christoph viel Arbeit, denn die Käselaiber müssen immer wieder mit Salzlake bestrichen und gewendet werden, damit sie am Ende dann genauso sind, wie sie sein sollen. Ein echtes, arbeitsintensives Handwerk und wir denken jetzt doch nochmal anders darüber, wenn wir Käse kaufen und essen.

Staybetter Hofkampagne

Vielen Dank an Anna und Christoph, dass wir bei euch zu Gast sein durften und für eure Zeit. Wir haben großen Respekt davor, was ihr hier leistet. Und noch eine Anmerkung meinerseits an alle Staybetter Camper, die noch den Hof besuchen möchten: Es ist in Italien nicht so einfach möglich mit Spenden, bzw. Hofkampagnen, wie es auf den deutschen Höfen integriert ist. Aber es gibt neben dem Hofladen auch noch diese Spardose an der Kasse. Also wer noch etwas Extra geben möchte, das findet hier sicher Platz und gute Verwendung.

Und dann ist es soweit, wir müssen uns verabschieden von Zoran, Horst, Ella und all den anderen Kühen und lieben Menschen im schönen Passeiertal. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, denn wir werden wiederkommen. Wieder leckeren Käse essen, das Passeiertal weiter erkunden und den traumhafte Ausblick auf das schöne Tal genießen.

Lust auf einen weiteren Staybetter Stellplatz – dieses Mal in Deutschland? Dann schau doch hier einmal vorbei:

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